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3. Forum

Frühkindliche Bildung und Inklusion in Kindertages-Einrichtungen in Baden-Württemberg

Spielen und Arbeiten mit Unterschieden – über Differenzlinien nachdenken


Das Thema des 3. Forums Frühkindliche Bildung und Inklusion in Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg lautete »Spielen und Arbeiten mit Unterschieden – über Differenzlinien nachdenken.«

Vielfalt lebt von Unterschieden. Wie werden Unterschiede wahrgenommen? Welche Rolle spielen die Lebenswelt und der Hintergrund des einzelnen Menschen für die Wahrnehmung von Unterschieden? Wer entscheidet darüber, welche Merkmale die Chancen zur gesellschaftlichen Beteiligung befördern und welche sie behindern? Diese und viele andere waren Fragen, die das dritte Forum Inklusion beschäftigten.

Ausrichter des Forums waren die Universitätsstadt Tübingen, die als Starterkommune im Projekt »Inklusion von Anfang an nachhaltig entwickeln« mitwirkt und die Evangelische Hochschule Ludwigsburg.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Fachvorträge: »Inklusive Kita für alle – Zur Vielfalt der Differenzlinien im pädagogischen Alltag« von Prof. Dr. Annedore Prengel, Potsdam, und »Migrationsbedingt behindert? Querdenken in der inklusionsorientierten Kita« von Dr. Donja Amirpur, Technische Hochschule Köln.

Der große Saal im Kino des Museums in Tübingen war fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Sehr erfreulich war die große Bandbreite von Aktiven und Interessierten am Thema Inklusion in Kindertageseinrichtungen, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kamen.

Das große Thema »Spielen und Arbeiten mit Unterschieden – ├╝ber Differenzlinien nachdenken« zog sich durch alle Beiträge und zehn Workshops. Im Mittelpunkt stand die frühkindliche Bildung. Das Forum widmete sich dem Umgang mit Unterschieden und Vielfaltserfahrungen.

Prof. Dr. Annedore Prengel, die »Grande Dame der Pädagogik der Vielfalt«, stellte in ihrem Vortrag über Differenzlinien die Achtung eines jeden Menschen, unabhängig von seinen Leistungen, seinen Talenten und seinen Begabungen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Eindringlich appellierte Sie an die Zuhörer, Menschen nicht festzulegen. »Jeder hat etwas zu geben!« Wertungen wie »schlechter Schüler«, »auffälliges Kind«, »verhaltensgestört« seien die größte Form der Verachtung. Sie forderte Freiräume für Themen und Interessen der Kinder ein und wandte sich gegen eine »Schubladisierung«.

Dr. Donja Amirpur, Technische Hochschule Köln, widmete sich in ihrem Vortrag der Frage inwieweit Familien mit Migrationshintergrund behindert werden. Auch ihr Vortrag bestand aus einer Vielzahl von Impulsen und erhellenden und entlarvenden Gedanken und Gedankenansätzen. Eindringlich appellierte sie an die Zuhörer nicht in die Migrationsfalle zu tappen und Familien mit Migrationshintergrund in die Migrationsschublade zu stecken. Viele Probleme, Einstellungen, Schwierigkeiten, Ansichten und Probleme hätten nach objektiver Betrachtung meist nichts mit dem Migrationshintergrund zu tun, sondern seien die gleichen wie bei anderen Familien.

Für Unterhaltung war gesorgt: Rupert Hausner, Tübingen, spielte den bodenständigen Zufallszuhörer in Form eines Tontechnikers und die VHS Sign Singers (Gebärdensprachchor der VHS Tübingen) unter der Leitung von Rita Molau untermalten bekannte Hits mit Gebärden.

Heidrun Bäuerle

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